Benefits durch CEP - Complex Event Processing

Bereits 1982 äußerte John Naisbitt in seinem Buch “Megatrends” einen Satz, welcher die Informationsverarbeitung bis heute prägt: „We are drowning in information, but we are starved for knowledge.“ Heutzutage besteht also nicht mehr das Problem, dass zu wenige Informationen vorhanden sind. Die Kunst besteht inzwischen darin, aus der Informationsflut die wichtigen Erkenntnisse herauszuziehen und darauf entsprechend zu reagieren.

Im Lauf der Zeit wurden verschiedene Techniken entwickelt, um die Gewinnung von Wissen aus der Informationsflut voranzutreiben. Dazu wurden entsprechende Speichertechniken in Form von Datenbanken und Data Warehouses sowie fortgeschrittene Analysetechniken im Bereich der Business Intelligence eingeführt. Die Vorgehensweise solcher Ansätze ist es, alle Informationen, welche beispielsweise durch das Auftreten von Events zur Verfügung stehen, zu speichern.

Danach laufen manuell oder automatisch generierte Anfragen auf dem Speicher und suchen nach Erkenntnissen auf dieser Datenmenge. Diese Vorgehensweise funktioniert gut in allen Bereichen, in denen der damit einhergehende Zeitaufwand kein Problem darstellt. Durch den Zwischenschritt des Abspeicherns und Aufbereitens der Informationen sind analysierbare Daten im Normalfall einige Stunden, Tage oder manchmal sogar Wochen alt.

In den letzten Jahren wurde Hauptspeicher billig, Kommunikationsnetze leistungsfähiger und insbesondere mobile Kommunikation für breite Schichten bezahlbar. Parallel fanden im Bereich der Halbleiterentwicklung starke Kostensenkungen bei der Sensorentwicklung statt.

Damit haben sich u.a. folgende technische Trends in den letzten Jahren durchgesetzt:

  • Mobiles Internet (Smartphones, Surfsticks, etc.)
  • RFID
  • Realtime-Monitoring
  • Business-Process-Monitoring, Key-Performance-Indicator (KPI)-Analysen

Durch diese technischen Trends fallen nicht nur mehr Events an, durch fallende Hauptspeicherpreise und stärkere Durchdringung von Kommunikation können diese auch ausgewertet werden. Um zeitnah im Minuten- oder Sekundenbereich auf unterschiedlichste Ereignisse reagieren zu können, wurde das Complex Event Processing entwickelt.

Stärken von CEP

CEP ist im Gegensatz zur herkömmlichen Analyse auch zur proaktiven Überwachung von Abläufen oder der Entwicklung von Messwerten einsetzbar. Dabei hat CEP folgende Stärken:

  • Analyse von Abhängigkeiten zwischen Messwerten in Echtzeit
  • Geeignete Meldung wichtiger Erkenntnisse
  • Zeitnahe Benachrichtigung von Ereignissen, das Eintreten komplexer Situationen und Trends
  • Höhere Agilität aufgrund frühzeitiger Information über Ereignisse
  • Mögliche Reaktion und Anpassung an Gegebenheiten
  • Geringere Kosten für CEP als für Datenspeicherung und Analyse
  • Reduktion der Datenmenge durch Verdichtung
  • Optionale Speicherung der vorverarbeiteten Daten für spätere Langzeitauswertungen

CEP vereint also die Komplexität der Datenanalyse mit Reaktionsmöglichkeiten in Echtzeit. Diese Konstellation bietet ein enormes Potential in vielen Geschäftsfeldern.

Checkliste für den Einsatz von CEP-Engines

CEP darf nicht als Alternative zu herkömmlicher Datenverarbeitung mit Datenbanksystemen und Data-Warehouses gesehen werden. Vielmehr ist es als Ergänzung zu bestehenden Systemen und als Antwort auf die Herausforderungen, die sich durch die neuen Technologien und den einhergehenden Änderungen in der Geschäftswelt ergeben, zu betrachten.

Wenn folgende Punkte zutreffen, sollte über den Einsatz von CEP nachgedacht werden:

  • Hohe Eingangsdatenrate
  • Schnelle Auswertung benötigt
  • Höhere Relevanz junger Daten
  • Zeitliche Korrelation von Ereignissen in der Auswertung
  • Archivierung von Rohdaten nicht erforderlich (optional bei vielen CEP-Engines)