BPM Standards

Es gibt verschiedene Standards im Prozessmanagement und nicht alle haben für jeden Beteiligten an der Prozessentwicklung oder –ausführung die gleiche Bedeutung. Die bekanntesten Standards sind dabei wohl Business Process Modeling and Notation (BPMN) und die Business Process Execution Language (BPEL).

BPMN definiert eine Notation für Prozessmodelle. Durch Verwendung dieser Notation herrscht bei allen Beteiligten an der Erstellung eines Prozessmodells ein einheitliches Verständnis hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen Elemente und somit des Inhalts eines Prozessmodells vor. Um BPMN-Modelle ausführen zu können wird in der BPMN-Spezifikation eine Überführung in den Standard BPEL definiert. Jedes korrekte und vollständige BPMN-Modell kann dadurch als BPEL-Modell ausgeführt werden.

Der Vorteil eines Standards für eine Workflowsprache wie BPEL liegt in der Portabilität und den Schnittstellen. So kann jeder BPEL-Workflow auf jedem BPEL-Server ausgeführt werden. Der Hersteller spielt dabei keine Rolle. Weiterhin werden dadurch einheitliche Schnittstellen definiert, welche die Kommunikation mit anderen Systemen festlegen. So kann eine IT-Architektur basierend auf Standards und nicht basierend auf den Vorgaben eines Herstellers aufgebaut werden. Als Erweiterung des BPEL-Standards existieren zur Kommunikation mit menschlichen Prozessbeteiligten noch die Standards BPEL4People und WS-Human Task. Allerdings können diese inzwischen als Teilmenge des BPEL-Standards gesehen werden.

Die anderen beiden Standards XML Process Definition Language (XPDL) und Business Process Definition Metamoedl (BPDM) sind weniger bekannt. XPDL wurde als Speicherformat für BPMN-Prozessmodelle entwickelt. Da dabei hauptsächlich Strukturinformationen und kaum grafische Informationen in einem XML-Format gespeichert werden, hat es sich auch als Austauschformat etabliert. So können durch die Nutzung von XPDL BPMN-Prozessmodelle zwischen verschiedenen Modellierungstools ausgetauscht werden. Einen Schritt weiter geht der Standard BPDM. Er ermöglicht einen Austausch von Prozessmodellen über die Modellierungssprache BPMN hinaus. Unter Verwendung von BPDM können also auch Prozessmodelle unterschiedlicher Sprachen ausgetauscht und jeweils in das richtige Format konvertiert werden. Im Gegensatz zu XPDL gibt es zu BPDM bisher allerdings nur sehr wenige Implementierungen.